danielealetti
italiano

 

 


Langsamen in Basel 09
Galerie Eulenspiegel

zur Vernissage

 
 

Daniele Aletti
Geboren 1962, in Olten, aber mit italienischer Abstammung. In Zürich besuchte er die Kunstakademie für Freies Gestalten und liess sich zum Bildhauer ausbilden. In seinem weiteren Schaffen war die Begegnung mit dem Kunstschaffenden Alessandro Righetti von Bedeutung, denn bei ihm erlernte er die Technik mit Marmor umzugehen. Längere Zeit arbeitete er künstlerisch in der Toskana und machte dann 1982 ein Atelier in Dulliken auf und schuf Skulpturen und Objekte, gleichzeitig studierte er an der Kunstschule in Bern. 1994 zog es ihn mit seiner Familie nach Italien, nach Sale S. Giovanni, wo er heute noch lebt und arbeitet. Zahlreiche Ausstellungen in der Schweiz und in Italien ,machten ihn bekannt und heute erfreut er sich vieler Bewunderer und Sammler seiner Kunst.

Daniele Aletti ist dann auch ein ganz spezieller Steinbildhauer, der mit dem Stein, mit dem Marmor in den raffiniertesten Maserungen und Farbigkeiten in unglaublicher Leichtigkeit umgehen kann. Er spürt mit grossen Sensibilität und formalen Talent der Beschaffenheit des zu bearbeitenden Steines nach, erweckt in ihm in einer besonderen Art Leben. Lässt ihn formal organisch wachsen, bearbeitet nur stellenweise die Oberfläche, so als möchte er ein Lesezeichen in den Stein hauen, um ihm eine neue Perspektive zu eröffnen. Rillen und Schraffierungen, meist verhalten und verschlüsselt platziert, kommen zum Tragen. Die Formen der Barke haben ihn lange Zeit zu aussergewöhnlichen Arbeiten inspiriert: langgezogene Formen, Flächen markiert als leicht betonte Oeffnung, weich in der Linie, abstrahiert in der Grundform und nur minimalistisch ausgearbeitet . Nichts wird in seinen Arbeiten ausformuliert, der Stein gibt nicht auf Anhieb sein Inneres Preis, man muss sich mit ihm und seiner Beschaffenheit,. mit dem ,was der Künstler heraus gearbeitet hat, intensiv beschäftigen, um die ganze Schönheit zu erkennen.
Eigenwillige Drehungen und Spiralen liegen ihm ebenso, so als hätte er es nicht mehr mit einem Stein zu tun, hart und fest, sondern mit einer weichen Masse, mit einem Stück Tuch. Organisch Gewachsenes, wie wir es in der Natur erkennen, Pflanzen und Blätter, spielen in seinen Arbeiten eine wichtige Rolle. Blätterartige Rillen und Formen, aber auch weich geschlungene Körper, betont mit einer glänzenden Stelle, so als wäre der Körper von einem Band umschlungen, sind zu erkennen. Aber auch durchbrochene Steinobjekte, oder solche die sich muschelartig öffnen, wieder andere wachsen wie eine Pflanze oder ein Blatt in den Raum. Manchmal sind sie leicht schraffiert, so als hätte da jemand eine geheimnisvolle Schrift zurückgelassen, um dem Stein eine besondere Botschaft zu geben. Wunderschön wird der Stein behauen und geformt, seine natürliche Struktur kommt voll zum Tragen, nichts wird an ihm verfälscht oder in Besitz genommen. Der Stein darf sich selber sein, die geschliffene Fläche setzt ebenso starke Akzente wie die nicht bearbeitete, ein Wechselspiel entsteht, Licht und Schatten bekommen Bedeutung.
Stein ist nie nur Stein , sondern immer etwas Beseeltes, etwas ungemein Lebendiges. Dies macht die Schönheit der Objekte dieses Künstlers aus, der dank seiner Sensibilität auch mit den feinsten Gegebenheiten spielen und variieren kann. Gleich einem Musiker, der auf eine besonders subtile Art auf seiner Geige zu spielen versteht. Die natürlichen Maserungen, die Farbeinschläge des Marmors wird ihm zur Inspiration und weckt in ihm besondere kreative Ideen. So entstehen eigenständige Formen voller Kraft und Schönheit.

Daniela M.Guggisberg wurde 1963 in Zürich geboren. Die beiden sind miteinander verheiratet und haben heute fast erwachsene Kinder und wohnen gemeinsam in Sale S. Giovanni. Durch Daniele kam sie zum dreidimensionalen Arbeiten in Marmor und erlernte die Bildhauerei von Grund auf mit viel Leidenschaft und Talent. Entdeckt man in ihren Arbeiten Parallelen zu Danieles Werke, so erkennt man aber auch eindrucksvolle Unterschiede. Sie hat ihren eigenen Stil erarbeitet und wagt sich an ganz bestimmte Arbeiten, wobei auch sie nichts ausformuliert. Die reduzierten, abstrahierten formalen Betonungen liegen ihr. Runde weiche Formen spielen mit kantigeren, wobei viel Sinnlichkeit in ihren Arbeiten steckt. Grossartig sind die Werke „Intermezzo“, schwarzer Marmor mit interessanten Färbungen und Muster. Die weichen , abgerundeten Formen lassen sich auf einer kleinen Platte bewegen und verändern ständig ihre Form. Stark im Ausdruck und in der Gestaltung ist „ Razza inclinata“ aus schwarzem Marmor, man hat das Gefühl dieses Objekt könnte davonfliegen oder davonschwimmen, so bewegt und leicht wirkt es in seiner Form. Ein Meisterwerk der Steinbildhauerkunst ist die grosse Arbeit „ Meglio una mammarazza che un paparazzo“ aus weissem Marmo mit feinen dunklen Strukturen. Es präsentiert sich auf erhöhten Stahlträgern und begeistert durch die raffinierte formale Gestaltung. Schlicht und klar und doch voller sinnlicher Bewegung, als wäre der Stein in dieser endgültigen Form ein Stück gewachsener Natur, ein Körper im Wasser oder ein Blatt im Ruhestand, aber jederzeit bereit, davon zu fliegen.

Es ist ein besonderer Glücksfall, dass die beiden den gleichen Beruf, die gleiche Leidenschaft für den Stein, den Marmor besitzen. Dadurch bekommt die persönliche Auseinandersetzung erhöhte Kraft, jeder geht seinen Weg und doch kann man wunderbar miteinander diskutieren und sich auch gegenseitig stützen oder auf neue Ideen bringen.
Dieses Künstlerehepaar wird noch viel von sich reden machen, denn dank ihrer Begabung , ihrem Fleiss und ihrer starken Liebe zu ihrer künstlerischen Tätigkeit gibt es noch viel zu entdecken und zu erfahren, das seinen Niederschlag in neuen Objekten und Skulpturen finden wird.

Madeleine Schüpfer

 
 
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Daniele Aletti

daniele aletti
scultore
via camoroni3
12070 sale s. giovanni
cuneo
italy
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